Kapitel 7 Weniger ist besser

Der Schlüssel zu nützlichen Produkten im digitalen Zeitalter liegt in der Empathie mit den Nutzern.

Digitales Gut is nicht-materiell, also geistiges Gut. Daten und Algorithmen lassen sich unendlich vermehren und werden schnell zu einem See an Informationen. Auch wenn dieser strukturiert ist, in Ordner und Datenbanken, Patterns und Modulen, so ist die Datenflut unaufhaltsam. Der Schlüssel zur Reduktion dieser Flut ist die Empathie mit den Nutzern dieser speziellen Informationen, zu genau diesem Zeitpunkt. Nur wenn ein Entwickler in der Lage ist, die Perspektive seines Kunden einzunehmen und zu sehen, hören, fühlen, riechen und schmecken was dieser braucht, dann kann er sich auf den Aspekt konzentrieren, der einen Mehrwert für den Nutzer hat. Alles Andere kann gelöscht werden. Statistisch gilt hier das Pareto-Prinzip. Empathie ist eine Yin Eigenschaft und damit ein feminines Prinzip.

Unsere Gesetze im Geschäftsleben wurden im Industriezeitalter geprägt. Güter waren materiell. Auch wenn es das Prinzip Goodwill für den nicht materiellen Wert eines Unternehmens gibt, so wird nach dem Kauf in der Bilanz ein Stuhl und ein Tisch als Asset gelistet und über die Jahre abgeschrieben. Wenn wir heute Software erstellen lassen und dafür Geld bezahlen, dann fällt es uns schwer diese im nächsten Moment wieder zu löschen. Es ist so, als würden wir einen Stuhl kaufen, um ihn am nächsten Tag auf dem Sperrmüll zu entsorgen. Dies ist die äußere Sicht, die maskuline. “Price is what you pay, value is what you get.” Nutzen ist subjektiv. Es kann statistisch ausgedrückt werden in Anzahl Clicks und Likes. Dies sind jedoch nur die Umschreibung des Wertes. Der eigentliche Mehrwert liegt in der Freude und der Begeisterung die in einer Person ausgelöst wird. Diese ist nur mit Empathie erfaßbar.